Innovator of the Month: Hans Carl von Carlowitz

In unserer Kategorie ,,Innovator of the Month’’ stellen wir Innovator*innen vor, deren Ideen und Erfindungen Ihrer Zeit voraus sind. Um nachhaltige Lösungen zu finden, müssen wir nicht immer ganzheitlich neue Ansätze finden. Vielmehr zeigen unsere Erfinder*innen, dass es sich lohnt, an innovative Ideen anzuknüpfen, und manchmal auch den Blick nach hinten zu richten, um nach vorne zu kommen.

Im Dschungel der Nachhaltigkeits-Termini sieht man oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit und ist das Konzept wirklich so revolutionär wie gerne behauptet wird? Es lohnt ein Blick in die Geschichtsbücher. Tatsächlich gilt der deutsche Hans Carl von Carlowitz, ein aus Oberrabenstein stammender Naturist und unteranderem Oberberghauptmeister des Erzgebirges. In seinem 1713 veröffentlichten Werk ,,Sylvicultura oeconomica‘‘ oder auch ,,haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige anweisung zur Wilden Baum-Zucht‘‘ begründet er das Prinzip der Nachhaltigkeit, in dem er festhält, dass in der Forstwirtschaft, zur so viel Holz gefällt werden darf, wie ebenfalls wieder angepflanzt wird, um das natürliche Gleichgewicht des Waldes zu erhalten.

Nachhaltigkeit, die (f): langfristige Beibehaltung eines dynamischen Gleichgewichts zwischen Verbrauch und Regeneration
(nach Hans Carl von Carlowitz, 1713)

Dieses Prinzip des Ressourcenausgleichs in der Forstwirtschaft kam zu einer Zeit der Energiekrise, in der die Erzgruben und Schmelzhütten des Erzgebirges vermehrt Holz als Energiequelle nutzten. Auch die Urbanisierung trug zu einer Not am Rohstoff Holz hinzu, wobei dessen Abholzung nicht durch gesetzliche Standards geregelt war.

Carlowitz sah die potenziellen Gefahren, einer vermehrten Abholzung und setze sich für einen achtsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen ein. Ein Naturschützer der ersten Stunde, dessen Prinzipien, wie so oft unvorhergesehen die Welt verändern.

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Innovator of the Month: Naturschützerinnen